Selbstständigkeit

Grundlagen der Buchführung

Das Abi hast du in der Tasche, aber ein Studium kommt für dich nicht in Frage? Stattdessen hast du eine coole Geschäftsidee, mit der du dich gerne selbstständig machen würdest? Gute Idee! Die Unabhängigkeit, von der du wahrscheinlich träumst, wird allerdings ein wenig auf sich warten lassen. Die Frühphase einer Unternehmensgründung besteht erst mal aus ganz viel Stress und Arbeit. Einerseits in deinem Kerngeschäft, andererseits aber auch bei der Unternehmensführung. Besonders wichtig ist dabei, dass du von Anfang an auf eine lückenlose und korrekte Buchhaltung achtest.

Warum muss ich Bücher führen?

Mit dem Begriff „Buchhaltung“ können zunächst die Wenigsten etwas Konkretes anfangen. Irgendwas mit Zahlen hat sie zu tun, und auf den ersten Blick wirkt sie furchtbar kompliziert. Aber warum muss man sie trotzdem machen?

Als Unternehmer musst du am Ende des Geschäftsjahres deinen Gewinn versteuern. Dem Finanzamt reicht es aber nicht, dass du die Höhe dieses Gewinns angibst. Du musst auch genau dokumentieren, wie dieser Gewinn zu Stande gekommen ist. Du musst also jede einzelne Einnahme und Ausgabe exakt festhalten. Wenn in dieser Auflistung Lücken sind, drohen Nachzahlungen, die deutlich höher sind als deine eigentlichen Steuern. Das Finanzamt stellt in diesem Fall nämlich deine gesamten Bücher in Frage und schätzt die Höhe deiner Steuern. Dass das nicht unbedingt zu deinen Gunsten geschieht, versteht sich wohl von selbst.

Wer kann mir bei der Buchhaltung helfen?

Du hast natürlich die Möglichkeit, die Buchhaltung abzugeben. Ein externer Spezialist erledigt diese Aufgabe zwar zuverlässig und korrekt, kostet aber selbstverständlich auch Geld. Geld, das du am Anfang wahrscheinlich nicht hast. Außerdem hast du, wenn du deine Bücher selbst führst, immer einen genauen Einblick in deine Finanzen und kannst entsprechend planen. Du solltest dich also in diese Thematik einarbeiten.

Helfen kann dir dabei, dich auf einem Internetportal zum Thema Buchhaltung zu informieren. Dort findest du Fachartikel von Experten, die mögliche Probleme in der Regel lösen. Zusätzlich kannst du auch eine spezielle Software verwenden. So gelingt die Buchhaltung nach kurzer Zeit nebenbei.

Wie muss ich meine Bücher führen?

Wenn du dich als Freiberufler selbstständig machst, reicht dir die vereinfachte Form der Buchhaltung. Du musst dich also nicht mit Dingen wie Grund- und Hauptbuch, Erfolgs- und Betragskonten herumschlagen. Stattdessen musst du lediglich alle Ausgaben und Einnahmen in einer einfachen Liste gegenüber stellen und mit Hilfe dieser sogenannten Einnahmen-Überschuss-Rechnung deinen Gewinn ermitteln.

Als buchhaltungspflichtig giltst du nur, wenn du als Kaufmann im Handelsregister eingetragen bist, dein Unternehmen als KG, AG, oHG oder GmbH führst oder im Jahr mehr als 600.000 € Umsatz bzw. mehr als 60.000 € Gewinn machst. In diesem Fall unterliegst du den Regeln der doppelten Buchführung.

Was bedeutet doppelte Buchführung?

In diesem Fall brauchst du zunächst mal drei Bücher. Jeden Geschäftsvorgang trägst du als erstes ins Grundbuch ein. Dann überträgst du alle Daten ins Hauptbuch und ordnest sie dabei nach sachlichen Kriterien in verschiedene Kategorien ein. Für jedes dieser Kategorien gibt es ein eigenes Nebenbuch, in dem du die jeweiligen Vorgänge zusätzlich vermerken musst.

Zweiter Bestandteil der Doppik sind die Konten, die in Betrags- und Erfolgskonten unterteilt werden. Beide haben eine Aktivseite und eine Passivseite. In die Aktiva-Seite des Betragskontos trägst du Anlage- und Umlaufvermögen, aktive Rechnungsabgrenzungsposten, aktive latente Steuern und den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag ein. Eigenkapital, Verbindlichkeiten und passive latente Steuern verbuchst du auf der Passiva-Seite. Die Erfolgskonten werden zusätzlich in Aufwands- und in Ertragskonten aufgespalten. Auf denen hältst du alle Wertzuflüsse fest, die das Eigenkapital deines Unternehmens erhöhen.

Auch wenn sich das alles kompliziert anhört – mit ein wenig Geduld und Hilfe von den richtigen Stellen wirst du schnell Fortschritte machen. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier am Ball zu bleiben.